10.11.2014

Eindrücke vom Deutschen Arbeitgebertag

TU Dortmund erhält „Arbeitgeberpreis für Bildung 2014“
Namensschild_Merkel
Liebe Leserinnen und Leser,

in der letzten Woche wurde mir eine ganz besondere Ehre zuteil! Als Studentin der Technischen Universität Dortmund durfte ich die Leiterin des „Dortmunder Zentrum Behinderung und Studium“ (DoBuS) nach Berlin begleiten, um mit ihr den Arbeitgeberpreis für Bildung 2014 entgegenzunehmen. Dieser honoriert das Engagement meiner Universität im Bereich der inklusiven Hochschulbildung.

Unsere Fahrt begann Montagmittag mit dem ICE von Dortmund zum Berliner Hbf, denn Fahrt, Unterkunft und Verpflegung wurden für die Preisträgerinnen und Preisträger übernommen. Was an sich wenig überraschend ist, hatte für mich schon einen Aha-Effekt, denn Reisen mit dem ICE leiste ich mir für gewöhnlich nicht. Da ich zum ersten Mal bei einer derlei Veranstaltung anwesend war, gesellte sich zu dem Effekt auch eine gespannte Neugier.

Die Veranstaltung fand im Maritim Hotel statt. Wie hochklassig die Hotelkette ist, lässt sich leicht an der Anzahl glänzender Oberflächen ablesen, sobald man das Foyer betritt. Was einen edlen Eindruck erwecken mag, wirkte auf mich vor allem wie eine recht irritierende Lightshow. Gewiss ein wenig nützlicher Nebeneffekt meiner Sehschädigung.

Bereits dort im Foyer begannen die sehr freundliche und lückenlose Betreuung durch die BDA (Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände), die sich die ganze Veranstaltung über nahtlos fortführen sollte und der sehr nette Kontakt zu den Sponsoren des Preises und den weiteren Preisträgern und Preisträgerinnen.
Zuverlässig unterstützt wurde die BDA durch das zahlreiche, aufmerksame Servicepersonal des Hotels, dessen ausnahmslos freundlicher Umgang mir nachhaltig in Erinnerung geblieben ist. Ich vermute stark, dass letzteres auch ein Kennzeichen für exklusivere Hotels ist.
Von dem dortigen Eintreffen und der Begrüßung an, hangelte sich das weitere Geschehen an einem Ablaufplan entlang, der es auch uns Besucherinnen und Besucher ermöglichte, uns auf die einzelnen Etappen einzustimmen. Ich sollte dabei erwähnen, dass wir vorab detaillierte Ablaufpläne erhalten haben.
In denen werden wir Preisträgergruppen übrigens als „Delegationen“ bezeichnet. Nicht nur Kleider machen also Leute, Sprache tut das ebenfalls.

Nach dem Check-In hatten wir Gelegenheit, unsere jeweiligen Zimmer zu beziehen. Erwartungsgemäß waren die Zimmer elegant mit dunklem Holz, vielen sanften Lichtquellen und reichlich Ständern mit Informationsbroschüren eingerichtet. Das Badezimmer kam einer wahren Lichtexplosion gleich.
Einzig enttäuschend war die Aussicht. Meine Vorstellung von derartigen Hotels sind atemberaubende Ausblicke über die Skyline einer Stadt. Hier endete der Blick am Betonklotz gegenüber. Vielleicht nahmen die Organisatoren aber auch an, dass ich das mit meiner Sehschädigung ohnehin nicht merken würde. ;)

Nachdem wir uns in elegantere Kleidung werfen konnten, standen die Fototermine für die Presse, auf die ich nur kurz eingehen werde, und ein Sektempfang an, der wiederum in seinem Wort so selbsterklärend ist, dass ich auch hier an Worten der Erklärung sparen werde.
Da die Presse zeitnah zur Preisvergabe am nächsten Tag veröffentlichen wollte, mussten die Fotos bereits einen Tag zuvor fertiggestellt sein. Herr Kramer (Arbeitgeberpräsident) und Frau Bentele (Beauftragte der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen) begrüßten uns sehr freundlich und professionell und bezogen mit uns in den unterschiedlichsten Konstellationen Stellung vor der Pressewand. Dieser Bereich war so dermaßen hell ausgeleuchtet, dass sich jeder Sicherheitsbeauftragte von Strafvollzugsanstalten neidvoll die Augen gerieben hätte.
Viel Geld ist offenbar gleichbedeutend mit viel Licht.

Der nächste größere Programmpunkt war das Dinner, das in einem großen Saal stattfand, der auch für die Verleihung des nächsten Tages angedacht war. Den anwesenden Gruppen, d.h. Preisträgerdelegationen, Sponsoren etc., wurden ihre reservierten Tische zugewiesen und der Moderator eröffnete das Buffet, das ebenso abwechslungsreich und bodenständig, wie auch dekorativ war. Ein Koch tranchierte beispielsweise einen großen Vogel, womöglich eine Gans, und reichte die Stücke einzeln an die Gäste. Die Salatbar nebenan war monumental. Ich bin noch nicht mal sicher, ob ich alles dort gesehen habe.
Nennenswerter ging es zu, als Andrea Nahles (Bundesministerin für Arbeit und Soziales) eine Rede hielt und sich anschließend für Gespräche unter die Anwesenden mischte. Dieser Teil des Abends wurde als „Get together“ bezeichnet, was innerhalb der einzelnen Gruppen sicher gut funktionierte. Weniger vorstellbar schien es für mich, dass ich als Studentin einfach so auf einen Plausch nach nebenan zum Tisch der Deutschen Bahn schlendern würde.
Der Abend endete offen. Gegen 22 Uhr leerte sich der Saal jedoch auffallend. Wenig später haben auch wir den Feierabend eingeläutet.

Der nächste Morgen begann früh mit dem Gang zum Frühstücksbuffet und von dem Augenblick an, habe ich verstanden, wie der reguläre Übernachtungspreis des Hotels zu rechtfertigen war, denn dort gab es buchstäblich alles. Was auch immer man sich unter einem Frühstück vorstellen mag - sie hatten es da. Um mich aber nicht in wehmütiger Erinnerung zu verlieren, komme ich an dieser Stelle besser zum offiziellen Teil des Tages…

Nach dem Check-Out und der Abgabe unseres Gepäcks in der Garderobe, haben wir uns vor der Bühne eingefunden. Der Raum war über Nacht von einem Speisesaal in einen Veranstaltungsraum umgebaut worden. Vor der Bühne standen zahlreiche Stuhlreihen, auf deren Sitzen Namensschilder platziert waren. Als wir vor der Veranstaltung Herrn Beise von der Süddeutschen Zeitung kennenlernten, der die Moderation der Veranstaltung übernehmen sollte, stellte ich durch Zufall fest, dass ich vor dem Stuhl stand, der für Angela Merkel reserviert war. Andere bekannte Namen von Bundespolitikern gruppierten sich darum.

Unsere Plätze waren in der vierten Reihe rechts außen.
Nach einem kurzen Puffer, der hie und da mit Smalltalk gefüllt wurde, begann der Deutsche Arbeitgebertag, der live auf dem Sender Phoenix übertragen wurde. Nach der Eröffnungsrede Ingo Kramers schloss eine Rede zum Bildungspreis von Rüdiger Grube (Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bahn) an, da die Deutsche Bahn neben der Telekom Sponsor des Bildungspreises ist, der im Übrigen mit 10 000 € dotiert ist. Herr Grube leitete am Ende zum Trailer über, der die Preisträgereinrichtungen vorstellte.

Herr Beise übernahm anschließend wieder die Moderation, indem er die vier Preiskategorien – frühkindliche Bildung, schulische Bildung, berufliche Bildung und Hochschulbildung – nannte und zum ersten Preisträgerfilm überleitete, der die mittleren Kategorien zusammenschloss. Dieser wurde zuvor von einem Filmteam und einer Vertreterin der Deutschen Bahn in den jeweiligen Einrichtungen gedreht. Während des kurzen Films kamen die Preisträger des Kooperationsverbundes Berufliche Schulen der Stadt Leipzig auf die Bühne, mit denen Herr Beise dann ein kurzes Interview führte.

Langsam wurde es für uns ernst, denn die nächste Gruppe waren wir. Wie auch die Vertreter aus Leipzig, sollten wir zum Kurzinterview auf die Bühne. Als die beiden Herren die Bühne verließen, kündigte der Moderator den nächsten Preisträgerfilm an, der die frühkindliche und die hochschulische Bildung zeigte.
Der Dreh zum Hochschulteil wurde am 01.10. bei uns an der Uni absolviert. Begleitet wurde das Filmteam dabei von einem Vertreter der Telekom aus Bonn. Für die Drehaufnahmen zu diesem Film, hatte eine Dozentin bei mir angefragt, ob ich mich bereit erklären würde, mich filmen und interviewen zu lassen. Da ich am selben Tag wegen einer fünfstündigen Klausur sowieso an der Uni sein würde, willigte ich gerne ein. Der Raum, in dem ich in dem Film gezeigt wurde, war auch der, in dem ich keine zehn Minuten nach Ende der Dreharbeiten selbst meine Prüfung ablegte.

Dann sollten also auch wir auf die Bühne. Da wir dies während der Ausstrahlung des Filmes taten, waren wir zu dem Zeitpunkt paradoxerweise die einzigen, die den Beitrag selbst noch nicht gesehen hatten.

Während wir auf der Bühne unsere Positionen bezogen, fand sich Angela Merkel ein, die nach der Preisverleihung eine Rede halten sollte. Das Medieninteresse war in diesem Moment natürlich groß. Von meinem Platz auf der Bühne konnte ich sehen, wie sie von einem Pulk aus Journalisten umringt wurde. Dieses plötzliche Aufgebot haben sie selbst und der Moderator aber zügig wieder beruhigen können. Herr Beise schlug den Bogen zurück zum Thema, in dem er uns auf die Besonderheit Merkels Aufmerksamkeit hinwies.
Ein Freund, der die Veranstaltung im Fernsehen mitverfolgte, verriet mir dass ich nach dieser Bemerkung zu Frau Merkel besonders strahlend gelacht hätte. Ob dies nun tatsächlich an Frau Merkel lag oder doch an etwas ganz anderem, wird für aber immer mein Geheimnis bleiben… ;)

Herr Beise stellte uns kurz vor und begann mit dem Kurzinterview. Mich fragte er in etwa, ob die Angebote der TU im Bereich Inklusion für mich ausschlaggebend für meine Studienplatzwahl waren und wie die praktische Arbeit mit den Studierenden mit Behinderung aussieht. Da uns die Fragen bereits mehrere Tage vorher bekannt waren, konnten wir uns auf die Beantwortung vorbereiten. Netterweise waren uns im Skript auch schon Antwortvorschläge vorgegeben. Wir wurden allerdings mehrmals darauf hingewiesen, dass wir in unserer Beantwortung völlig frei seien.

Da für die Antworten wenig zeitlicher Spielraum zur Verfügung stand, bemühte ich mich, meine inhaltlichen Schwerpunkte auf den Punkt zu bringen. Ich räumte ein, dass mein etwas exotischer Studiengang mir keine große Auswahl an Studienorten ließ, ich aber sehr froh über die Möglichkeit war, an der TU studieren zu können. Die gute Arbeit des DoBuS an sich und die Zusammenarbeit mit den Studierenden hervorzuheben war mir wichtig, da ich in den vergangen Jahren sehr von seinen Angeboten profitiert habe. Wenn ich mich recht erinnere, wählte ich die Worte „Rücken stärken“, die ich nach wie vor sehr passend finde.

Die Leiterin des DoBuS, die ich zu diesem Anlass ja begleitete, wurde dazu befragt, wie andere Hochschulen in Sachen Inklusion weiter gebracht werden können, um sich dem Vorbild der TU anzunähern.

Nachdem die Interviews abgeschlossen waren, kam es endlich zur eigentlichen Preisverleihung, zu dem die weiteren Preisträgergruppen nach vorne gebeten wurden. In der frühkindlichen Bildung waren das die beiden Damen von der MontessoriKita in Würzburg sowie der Vertreter und die Vertreterin für die Waldschule in Flensburg.
Herr Dr. Kremer überreichte den Preisträgern der frühkindlichen und hochschulischen Kategorie die Urkunde, Herr Weber den Preisträgern der Kategorien Schule und berufliche Bildung und abschließend gratulierte Herr Dr. Braun (BDA-Vizepräsident) den jeweiligen Delegationen.

Unser offizieller Teil der Veranstaltung war damit beendet. Mit der Urkunde im Arm nahmen wir erneut unsere Plätze in den Sitzreihen ein, damit im Anschluss die Kanzlerin ihre jährliche Rede zum Arbeitgebertag halten konnte. Es war interessant festzustellen, dass sowohl Herr Kramer als auch Frau Merkel in ihren Reden Bezug auf die Preisverleihung bzw. die honorierten Leistungen nahmen.

Dies war übrigens in etwa der Zeitpunkt, als die Pressemitteilungen raus gingen, zu denen am Vortrag die Fotos vorbereitet wurden.

In der Kaffeepause wurden uns ergänzend zu den Urkunden noch schwere, metallene Plaketten überreicht – das Posieren für Fotos selbstverständlich eingeschlossen – die wir für unseren restlichen Aufenthalt in die Garderobe bugsierten.

Eine freiwillige, aber interessante Ergänzung zum Tag war das Panel der Telekom und Deutschen Bahn „Inklusion leben – Vielfalt als Chance für Unternehmen nutzen“, bei dem auch Frau Bentele als Diskutantin beteiligt war. Eine Regelschullehrerin, ein Vertreter der Telekom und ein Universitätsprofessor im Bereich Reha bildeten die weiteren Positionen. Dieser Diskussionsrunde zu lauschen rundete unseren Besuch dort ab.

Unsere restliche Zeit, nutzten wir, um uns in den in den Räumlichkeiten im Erdgeschoss, gegenüber des Veranstaltungssaals, in dem Sponsorenstände und ein Buffet aufgebaut waren, umzusehen und ein paar letzte Eindrücke zu gewinnen.

Mittlerweile war es bereits Nachmittag geworden und da wir noch eine vierstündige Zugfahrt vor uns hatten, beschlossen wir, unseren Aufenthalt dort zu beenden. So nutzen wir schließlich den Shuttle-Service für die Preisträger, um mit unserem Gepäck und der Auszeichnung den Rückzug anzutreten. Einmal mehr bereicherte mich dabei ein Hinweis von meiner Begleiterin, die mir zuflüsterte, dass das Fahrzeug, mit dem uns ein Fahrer zum Hauptbahnhof brachte, ein Mercedes S400 war. Die Monitore an den Sitzen, die LED-Beleuchtung an den Türen und das High-Tech-Navigationssystem bemerkte ich nämlich erst auf den zweiten Blick.
Überhaupt war ich jene Bemerkungen zu visuellen Dingen, die sie, wohlwissend, dass ich sie vermutlich selbst nicht wahrnehme, immer wieder gemacht hat, nicht gewohnt, habe sie aber sehr schnell zu schätzen gelernt. Einige Dinge wären mir ohne Tipp sicher gänzlich entgangen.

Resümierend stelle ich fest, wie reich an Erfahrungen dieser Ausflug in vielerlei Hinsicht war. Nicht nur die Eindrücke, die ich über die Hintergründe und Abläufe großer, politisch relevanter Veranstaltungen habe gewinnen können, sondern auch die Gespräche, die sich entwickelten, werde ich hoffentlich in meine weitere Studiumsplanung einfließen lassen können. Ganz besonders denke ich dabei an die Konzeption meiner Masterarbeit, die voraussichtlich im nächsten Jahr ansteht. Wenn es soweit ist, werde ich Sie an dieser Stelle natürlich auf dem Laufenden halten.

Herzliche Grüße
Vej


Links zum Weiterlesen:
Dortmunder Zentrum Behinderung und Studium (DoBuS)

Arbeitgeberverbände zeichnen TU Dortmund für Inklusion beeinträchtigter junger Menschen aus

Youtube-Video zur Preisverleihung

Deutscher Arbeitgebertag 2014
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nydwerrhicg 06.09.2017 - 22:41 Uhr
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sxcigevo 25.08.2017 - 16:00 Uhr
Jetzt hab ich mir das Video auch nochmal angeschaut... Klasse!
Bin stolz auf Dich! Hast Du super hingekriegt. Ich an Deiner Stelle wäre mehrfach knallrot angelaufen vor so vielen Menschen. ;)
Danny 18.11.2014 - 22:30 Uhr
Da entsteht etwas, auch aufgrund solcher Erfahrungen (aber nicht nur)
JR 11.11.2014 - 11:13 Uhr
Wow... das war ja mal eine spannende Sache und JETZT kann ich Dich auch voll und ganz verstehen!
Respekt!!! :)
Danny 10.11.2014 - 17:17 Uhr








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