21.09.2015

Ankunft mit allen Sinnen

Der erste Monat in Mexiko
Straße in der Dämmerung
Liebe Leserinnen und Leser,

mittlerweile bin ich in Mexiko angekommen und das weniger im physischen Sinne. Wie angekündigt, lasse ich ab jetzt in der mir möglichen Regelmäßigkeit Erfahrungsberichte und Eindrücke folgen. Gerne nehme ich dafür auch Wünsche entgegen und beantworte, soweit mir das möglich ist, Fragen, die Ihr in den Kommentaren hinterlassen könnt.

Mein erster Gedanke war, über die Reise selbst zu berichten und ganz vom Tisch ist diese Idee noch nicht, aber da wohl die meisten von Euch schon einmal auf irgendeine Art gereist sind, nicht aber unbedingt in die Vereinigten Staaten von Mexiko, schien mir das dann doch zu banal. Auch dem Was möchte ich mich erst später widmen. Daher also beginne ich nicht auf dem Weg, sondern bei der Ankunft und erzähle Euch, wie ich meine ersten Wochen hier in San Cristóbal erlebt habe und zwar im buchstäblich sinnlichen Sinne.

Innerhalb der Stadt San Cristóbal de Las Casas in den Bergen Chiapas wohne ich etwas abgelegen auf dem Gelände meiner Projektstelle im Stadtteil Cuxtitali. Mein Einsatzort ist von der Straße aus zu sehen, während sich mein neues zu Hause in einem Gebäude dahinter befindet. Da neben der Bildungseinrichtung auch der Agrarsektor eine Rolle spielt, wird ein Teil der Fläche landwirtschaftlich genutzt. Viele der Eindrücke, die gleich folgen, ergaben sich in den Stunden, die ich hier bereits verweilt haben, andere während der Ausflüge ins Zentrum, das je nach Wetterlage und Verkehr 35-45 Gehminuten entfernt liegt.

Hören
Wenn ich abends im Bett liege, fiel es mir in den ersten Tagen schwer, zur Ruhe zu kommen, da jedes mir unbekannte Geräusch, meine Aufmerksamkeit sofort wieder bündelte. Und die Anzahl der fremden Geräusche ist gewaltig. Rund um die Uhr höre ich fern Hunde bellen und winseln, denn Straßenhunde sind hier im Stadtteil ein beachtenswertes Phänomen. In den frühen Morgenstunden, manchmal ab 3 Uhr, manchmal ab 5 Uhr, auf jeden Fall aber vor dem Weckerklingeln, beginnt der reichlich stolze Hahn der Anlage sein morgendliches Krakehlen. Die für diese Tiere so typische Tonfolge und Intonation erinnert mich an mein erstes zu Hause in Deutschland, in dem ich morgens den nachbarlichen Hahn, wenn auch deutlich leiser, hören konnte. Schon etwas störender wirkt da der andere Vogel auf mich, der deutlich später in das Krähen einstimmt und derselben Intonation folgt, aber laut herausbrechend und etwas blechern und plump wie eine kakophone Karikatur daherkommt, dass es in der Stille des frühen Morgens etwas Bedrohliches hat. Später am Morgen beginnt ein Mitarbeiter der Einrichtung, der mit seiner Familie ebenfalls auf dem Gelände wohnt, seine handwerklichen Arbeiten, die fast täglich mit Motorengeräuschen von diversen Geräten einhergehen. Mit zuverlässiger Regelmäßigkeit kommen zu den unterschiedlichsten Tages- und Nachtzeiten die Geräusche des Hauses hinzu, die sich durch meinen Mitbewohner, aber auch die Bauweise des Gebäudes erklären. Infolge der Hellhörigkeit des Hauses dringen sie klar und unmittelbar bis zu mir vor. Besonders die metallenen Türen, die ächzend und ruckartig öffnen und schließen, lassen ein markerschütterndes Geräusch von nacktem Metall auf Metall hören, das mich auch nach Wochen noch aufschrecken lässt. Tagsüber wird diese unbehagliche Geräuschkulissen aufgebrochen durch die hellen Stimmen der lachenden und rufenden der beiden kleinen Jungs und das Weinen des Babys der Familie, die hier lebt. Oft mischen sich auch mir fremde Stimmen dazu. Ab und zu habe ich das Glück, den Wind im Maisfeld vor meinem Fenster oder den Regen vor diesem zu vernehmen. Als Freundin von geräischvollem Wettergeschehen hat dies immer etwas Beruhigendes für mich. Durch das Wetter verstummen dann, wie auf wundersame Weise, einige der anderen Geräusche, sodass sich das Wetter von ganz alleine in den Mittelpunkt rückt. Da spielt es keine Rolle auf welchem Kontinent ich mich befinde. Völlig neu ist dabei allerdings die Menge an Regen, die zu hören ist. Anstatt eines mal mehr und mal weniger gut wahrnehmbaren Tropfens und Tröpfelns, wie es uns in Deutschland vertraut ist, ergießen sich die Wolken hier in Sturzbächen von Himmel, die mit kaum etwas vergleichbar sind, was ich bisher kennengelernt habe und die tatsächlich als fließende Ströme wahrzunehmen sind. Ganz besonders, wenn sich nach wenigen Minuten Teiche auf dem Boden gebildet haben und die Wassermassen mit der Schwerkraft zu einem Fluss werden. Diese Regengüsse werden meistens durch Donnergrollen begleitet, das vom Schütten des Wassers jedoch fast völlig übertönt werden kann. Sitze ich auf meinem Bett, kann ich diese Fluten von drei Seiten hören, dem Fenster vor mir, der Tür zu meiner Rechten, hinter der sich die offene Haustür befindet, und hinter mir, wo mein kleines Badezimmer samt Fenster liegt. Schließe ich die Augen, habe ich augenblicklich das Gefühl, im Inneren eines zirkulären Wasserfalls zu liegen.
Weniger vorhersehbar sind die Klänge, die unregelmäßig und damit unerwartet hinzu kommen. Dazu gehört mal ein Geräusch, dass an bröckelnden Putz erinnert, mal die Musik eines vorbeifahrenden Dienstleisters, mal eine unbekannte Sirene und vor wenigen Nächten die oft neunfachen kanonenschussartigen Feuerwerkskörper, die zu Anfang zu sehr an Schüsse erinnert haben und sich letztlich als Heiligenverehrung herausstellten. Auch wenn es mir schleierhaft ist, wieso Heilige nicht ausschließlich nach Sonnenaufgang verehrt werden können. Zu all diesen gesellen sich immer wieder völlig neue und gelegentlich völlig unbekannte Geräusche.

Sehen
Wer bewusst sieht, hat in dieser Stadt viel zu entdecken. Obwohl ich nicht unbedingt für die Komplexität dieser Sinneswahrnehmung bekannt bin, gibt es einiges, das sogar mir sofort ins Auge fiel und über das sich vielfach staunen lässt.
Ein ungewöhnliches Gefühl für mich ist es, einen Schluss zu sehen. Einen Ort knapp über Augenhöhe, der nicht von Zivilisation verdeckt wird, sondern das Ende eines Blickes gen Horizont ist. Doch einen Horizont selbst gibt es nicht, wenn ich aus meinem Fenster blicke, sondern grün bewachsene Gipfel. Es fehlt mir ein bisschen, die Weite zu erahnen, die nur ein Blick zum Horizont ermöglicht. Wenn ich an die Begeisterung denke, die viele Menschen für den Ozean empfinden, glaube ich zu wissen, dass es nicht nur mir so geht.
Über diesen Gipfeln geht vormittags die Sonne auf, nachdem ihr Licht ihn bereits eine Weile vorher angekündigt hat. Mir scheint es als zöge das Licht hier besonders schnell auf und ab. Gerade am frühen Abend breche ich oft im Hellen auf und komme im Dunkeln an. Vielleicht aber kommt es mir nur so vor, weil ich in der Heimat so wenig darauf achte und hier viel aufmerksamer auf meine Umgebung reagiere. In einigen Nächten ist der abendliche Himmel von weit entfernten Blitzen erfüllt, die in von wütenden Gewittern in den Bergen zeugen. Für einen Moment erscheinen die diesigen Straßenzüge dann wie der Schauplatz eines Edgar Wallace-Romans, an dem sich in der Dunkelheit des Abends die Nebelschwaden die Wände hinaufziehen und nur das im Dunst blasse Licht von gelb-orangen Laternen und das Aufflackern der fernen Blitze die Kulisse erhellen.
Am Tage kann ich in den Morgenstunden beobachten, wie sich nebelartige Wolkenschwaden über die Gipfel ziehen, die sich wenige Minuten, nachdem die Sonne über diesen hervorlugt, in Luft auflösen und einen strahlenden hellblauen Himmel freigeben. Erst am Nachmittag, meistens gegen 14 Uhr, schleppen sich Wolkenmassen über die Gipfel und türmen sich auf der hiesigen Seite zu gigantischen Bergen auf, die so nah wirken, dass ich das Gefühl habe, ich könnte sie mit ausgestreckter Hand berühren. Wenn sich diese schließlich in die Stadt ergießen, wirkt es als läge ein Grauschleier über meinen Augen, da die Tropfen so dicht fallen, dass sie ein enges Netz aus Nässe zu bilden scheinen.
Was mich von der ersten Sekunde an fasziniert hat und immer noch jeden Mittag meine Aufmerksamkeit für einen langen Moment auf sich zieht, ist die Sonne, die hier, so nah am Äquator, fast im Zenit steht und daher praktisch senkrecht scheint. Zum ersten Mal sehe ich das seltsame Bild einer Welt, deren Schatten auf ihren eigenen Mittelpunkt geworfen wird. Das bedeutet, dass glatte Objekte und diejenigen, die sich nach oben verjüngen, ihres Schattens entledigt, inmitten des Sonnenlichts stehen. Die Umgebung kommt mir dann vor wie unter dem Scheinwerferlicht eines Filmstudios. Alles scheint anders, alles scheint fremd unter diesem Licht. Ich kann mich dieser Schönheit nicht erwehren und weiß ohne es versucht zu haben, dass keine Kamera der Welt das bezaubernde Spiel aus Licht und Schatten beider Himmelsgestirne einfangen kann.

Riechen
Nichts kann einem die Heimat näher bringen als ein vertrauter Geruch. Nach diesem muss ich hier lange und intensiv suchen. Es überrascht mich, dass jene Vertrautheit durch den Geruch italienischen Gebäcks hervorgerufen wird. Ich ahne, dass ich weniger deutsch bin als ich dachte, sondern viel mehr europäisch. Zumindest, was das Heimatgefühl angeht. Diese olfaktorische Entdeckung ist noch sehr jung, denn die ganze Stadt verströmt mir nicht vertraute Düfte. Ein Geruch, der der Heimat noch am nächsten kommt ist der von Glut und Feuer, der gelegentlich, aber wirklich nur gelegentlich und für den Moment eines Atemzugs, wie St. Martin riecht und mich deshalb an den heimischen Herbst erinnert. Wesentlich aufdringlicher und unangenehmer sind die Abgase der Autos, die überall da, wo Verkehr ist, alle anderen Gerüche überdecken. Die Abgase scheinen mir hier intensiver zu sein. Das mag an den älteren Autos liegen oder an der dünneren Luft der Höhenlage. Ihre Gerüche verschlingende Eigenschaft hat allerdings nicht nur Nachteile, denn das Unbekannte aller anderen Düfte hat auch etwas Nervenzehrendes. In den einheimischen Bäckereien liegt eine fremde Süße in der Luft. Eine, die mich an Süßstoff erinnert. Dazu mischt sich Zimt, der hier nicht als Weihnachts- sondern alltägliches Gewürz Verwendung findet. Durch die ständige Feuchtigkeit in der Regenzeit, sind außerdem Nässe und Muff häufige Begleiter.
Ein Nasen-schmeichelndes Erlebnis hingegen ist das mexikanische Essen – oh, wie das duftet! Der Mais, die Chilis, die Bohnen. Das fantastische Gemisch aus internationalen und einheimischen Zutaten und den verschiedenen Zubereitungsformen, das aus so unzählig vielen kleinen Lokalen strömt. Ein Besuch in einem dieser Restaurants lässt die Gerüche dort draußen vergessen.
Am schwierigsten zu beschreiben ist jedoch der Eigengeruch der Luft, wo auch immer ich hinkomme. Ich kann nur vermuten, wie sich dieser Cocktail der Moleküle zusammensetzt. Er wird sicher ebenso komplex und einmalig sein, wie der in Deutschland. Es könnten hiesige Blumen und Bäume sein, die verschiedenen trockenen und nassen Erden, der Straßenbelag, die Wandfarben, die Tiere, die Konsumprodukte, die Textilien, die landwirtschaftlich genutzten Flächen und so vieles mehr und doch kann ich nichts davon näher benennen. Manchmal erinnert er mich an die natürliche Süße von Tee, manchmal mischt sich für einige wenige Sekunden der vertraute Duft trockener Gräser darunter, der auch in Deutschland manchmal von Feldern und Wiesen her weht. Gerüche gehören zu den Dingen, die kein Reisender mitnehmen kann und doch, wenn er jemals wieder an jenen Ort zurückkehrt und der bekannte Geruch in seine Nase steigt, werden ihm mit einem Mal all die Erlebnisse wieder präsent sein, die er dort gemacht hat. Auch wenn uns die Worte für das fehlen, was unsere Nase wahrnimmt, in unserem Gedächtnis haben sie sich doch für immer festgesetzt.

Schmecken
Der Geschmack dieses Landes ist so weit entfernt von dem Deutschlands, dass ich anfangen könnte, jedes einzelne Lebensmittel zu beschreiben, das ich hier probiert habe und ich bin sicher, wir säßen noch Tage hier. Das Großartige an dieser Stadt ist, dass die wunderbaren winzigen Lokale hier so zahlreich sind, dass ich problemlos jeden einzelnen Tag meines Aufenthalts woanders essen gehen könnte und vermutlich auch immer wieder andere Nuancen des Geschmack entdecken würde. Es ist wahr, Liebe geht tatsächlich durch den Magen. Ein jeder Unmut könnte durch gastronomisches Geschick vergessen gemacht werden.
Mais, Mais überall, dass seine Bedeutung für Land und Leute ins Auge fällt oder eben in den Mund. Die aus ihnen bereiteten Tortillas werden zu fast allem gereicht, dazu Bohnen, Reis, Salate, Salsas, Moles und vieles mehr. Außerdem spielen in der mexikanischen Küche Limonen eine so besondere Rolle, dass es Gewürze in Streuern zu kaufen gibt, denen zusätzlich Limone beigemengt wurde. Besonders einfallsreich werden die Mexikaner, wenn es um die Benennung ihrer Speisen geht, denn sobald eine Tortilla anders gefüllt, gerollt, gefaltet wird, erhält das Gericht eine andere Bezeichnung.
Für unsere deutschen Zungen ist auch die Schärfe des Essens einer besonderen Erwähnung wert, für die das Land so bekannt ist, denn hier zeigt sich auch an der Sprache, wie sehr ein Thema ins Gewicht fällt. Wird einem Gericht Chili zur Schärfe beigefügt, erhält es das Attribut „picante“, wird eine gewisse Schärfe hingegen durch andere Gewürze erzielt, ist von „condimentado“ die Rede. Die Speisen sind allerdings nicht per se scharf, sondern lassen sich durch die Saucen, die separat gereicht werden, individuell mit einem entsprechenden Schärfegrad versehen. Es ist übrigens nicht unüblich, mit Chili oder scharfer Sauce auch sein Bier zu verfeinern.
Mexiko ist das Ursprungsland der Schokolade bzw. das Land, in dem die Kakaopflanze zur Kulturpflanze wurde. Die Atzteken nannten das Gemisch aus Kakao und Wasser xocolatl, was so viel wie bitteres Wasser bedeutet.
Auch heute noch wird hier das Verarbeitungsprodukt, die Schokolade, eher ursprünglich gehalten, sodass sie mit den europäischen Varianten verschiedener Süßwarenkonzerne wenig gemein hat. Wir verbinden mit ihr vor allem eine zart schmelzende, süße Köstlichkeit, die mit der Kakaobohne, dem landwirtschaftlichen Erzeugnis, geschmacklich kaum noch etwas zu tun hat. Kakao ist von Natur aus sehr bitter und auch die einheimische Schokolade ist vielfach eher bitter gehalten. Die Verfeinerungsarten und Herstellungstechniken, die sie in Europa zu einem kalorienreichen und als sinnlich geltenden Genussmittel gemacht haben, sind hier in der Region entweder unüblich oder machen das Produkt bisweilen zu einem Luxusgut, das nicht überall zu erwerben ist. Eine für meinen Geschmack recht leckere Tafel mexikanischer Milchschokolade, die ich in einer Bäckerei gefunden habe, kostet umgerechnet etwa 3,50€ bis 4€. Sie hat das für mich vertraute süßliche, volle Aroma, das ich von zu Hause kenne, und hat eine eher feste Konsistenz. Auch diese gibt es übrigens in der Variation mit Chili.
Und dass ich es nicht vergesse, Mexiko schmeckt auch niederländisch! Die weichen Brötchen, die leicht mit Hamburgerbrötchen verwechselt werden, aber doch ganz anders schmecken, in ihrem Herkunftsland zachte bollen oder auch witte bollen genannt, gibt es hier in nahezu originaler Qualität zu kaufen. Eine Backware, die es kaum auf deutschem Boden zu kaufen gibt, habe ich hier wiederentdeckt und das für denselben Preis. Mexiko ist ein wunderbares Land.

Fühlen
Meist kühl, mal heiß und stets feucht. Das fasst die wesentlichen Aspekte zusammen, die die Sinne meiner Haut in den letzten Wochen zu spüren bekommen haben. Die Höhenlage und die Nähe zum Äquator führt zu einem ungekannten Phänomen. Während bei klarem Himmel die Sonne schon am Morgen unbarmherzig brennt, wärmt sich die Höhenluft nur mäßig auf, sodass die Temperatur nur einen halben Meter aus der Sonne heraus im Schatten bei kühlen 16° liegen kann. Durch die Regenzeit und den dadurch bedingten Unmengen an Wasser, die täglich vom Himmel fallen, kommt eine beständige Feuchtigkeit hinzu. Da die Häuser nicht isoliert sind und es in der Stadt keine Heizungen gibt, gilt meistens die Gleichung: Außentemperatur = Innentemperatur. Die Feuchtigkeit zieht in alle Winkel der Gebäude und ist nur schwerlich aus Kleidung und Papieren zu halten. Mit jeder Woche, die ich hier bin, gewöhne ich mich aber an diese Umstände und ich gebe zu, dass auch der Kauf einer zusätzlichen Decke hilfreich dabei war. Denn gerade in den Nächten kann es unangenehm kalt werden. Eine Freundin formulierte es so wunderbar treffend: man erfriert mit Sonnenbrand oder ertrinkt in den Fluten. Aber dieses Wechselbad der Temperaturen und Wetterlagen hat ebenso seine großartigen Momente. Wenn ich morgens früh das Haus verlasse, ist der Morgen bereits taghell, während sich die Sonne noch unsichtbar hinter den Bergen verbirgt. Die Luft ist sehr kühl und lässt mich meist sofort frösteln. Dann stelle ich mich ins Freie und warte die wenigen Minuten, die es braucht, bis die Sonne über die Bergspitzen lugt und mit den ersten intensiven Strahlen augenblicklich jedes Kältegefühl vertreibt und sich warm und wohltuend auf meine Haut und Kleidung legt. Da ist jede Gefahr der Strahlung vergessen und alles was bleibt sind Wärme und Wohlgefallen.

Wenn ich all jene Reize, ob sie nun angenehm der unangenehm sind, für ein paar Stunden aussperren will oder muss, weil mir die unbändige Flut doch einmal zu viel wird, weiß ich, dass Erholung nur einen Griff zu meinen Kopfhörern entfernt ist. Und was immer auch aus diesen trällern mag, es errichtet eine dünne schallene Mauer zwischen dem Zahlreichen und mir, so dass die Flut an den Schotten abperlt und zurück in ihren Ozean fließt.

Saludos cordiales und bis zum nächsten Mal
Vej
Ich schließe mich Vicky an! "Sinnlich" gegliedert läßt einen wirklich wunderbar in Deine aktuelle Welt schlüpfen.
Und mir gefällt am besten das Riechen... ehrlich gesagt, kamen mir da am Ende fast die Tränen, so sehr kann ich das nachvollziehen, wie Du das meinst.

Toller Bericht und ich freu mich auf mehr.
Und Dir wünsche ich weiterhin eine erlebnisreiche und wunderbare Zeit in Mexiko!
Ich denk an Dich! Und Rana Elvis und Gatopa Mischa ebenso! ;)
*knuffel*
Deine Möhre
Möhre 23.09.2015 - 18:47 Uhr
Woooooow! Wahnsinn! FANTASTISCH! Mein Wunsch war dir anscheinend Befehl... *grins* Vielen lieben herzlichen Dank für diesen wunderschönen ausführlichen ersten Bericht aus Mexiko. :-D Nun weiß ich endlich, dass es dir dort drüben gut geht und ich finde die Idee wirklich super, den Artikel nach den fünf Sinnen zu gliedern. Wahrscheinlich wirst du dich an die Zeit in Mexiko auch noch als 95-jährige Oma erinnern... :-) Ich knuddel dich ganz lieb! :-* :-* Viel Spaß weiterhin und ich fiebere schon jetzt deinem nächsten Bericht entgegen... ^^
Vicky R.-K. 21.09.2015 - 11:57 Uhr








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